Kanada 2008 oder Kanada 2008 oder "Kenn You Matthew?"

Die Story zu dieser Tour begann genau genommen schon am spaeten Abend des 02.Mai 2007 im WM Fan-Dorf in Mytischi / Russland.

Wir hatten soeben im dritten Vorrunden-Spiel Norwegen mit 5:3 geschlagen und standen somit in der Zwischenrunde.

Mit der Teilnahme an dieser Runde hat man sich ausserdem für die A-WM im nächsten Jahr automatisch qualifiziert.

Somit stand schon an diesem Abend fest:

Wir fahren nächstes Jahr nach K A N A D A !!

Denn 2008, anlässlich des 100jährigen Bestehens des IIHF, fand die 72. Eishockey-WM zum erten Mal überhaupt im Mutterland des schnellsten und härtesten Mannschaftsport der Welt statt.

Als Austragungorte wurden Halifax und Quebec City benannt.

Schnell waren die Gruppen der Vorrunde eingeteilt und wir hatten Gewissheit:

Wir spielen, wie 2007 auch, in einer Gruppe mit Finnland, der Slowakei und Norwegen in Halifax (Nova Scotia) an der Ostküste Kanadas.

Den Nicht-Eishockey-Interessierten könnte es an dieser Stelle wundern, warum ein solch historisches Ereignis nicht in der Hauptstadt Ottawa oder zumindest in einer der grossen Metropolen des Landes wie z.B. Toronto, Montreal oder Vancouver stattfindet.

Die Frage ist berechtigt, aber (leider) schnell beantwortet:

Zeitgleich mit der jährlich Austragung der Eishockey-WM findet in der "National Hockey League" (NHL) die Play-Off-Spiele statt.

Die als beste Liga im Welthockey bekannte NHL stellt für die Austragungszeit der WM ihren Spielbetrieb GRUNDSÄTZLICH NICHT ein.

Und da die Vereine der oben genannten Orte in der NHL angesiedelt sind und somit potentielle Play-Off-Kandidaten darstellen, wurden die dortigen Eishallen für den möglichen Liga-Betrieb "freigehalten" und schieden somit als mögliche Austragungsorte der WM aus.

Halifax und Quebec, die keine Vereine in der NHL stellen, kamen somit zum Zuge.i

Für uns war relativ klar:

"Nur" nach Halifax, dieser kleinen (aber feinen) Hafenstadt an der Ostküste Canadas, kommt für uns nicht in Frage.

Wenn man schon im Mutterland seines Lieblingssports weilt, dann muss man(n) auch das "Mekka" eines jeden Eishockey-Fans besuchen:

Die "Hockey Hall Of Fame" in Toronto!!

Also wurde ein Trip in die grösste Stadt Kanadas fest in die Tourenplanung mit aufgenommen.

Die Planung und Organisation dieser WM-Tour war relativ schnell erledigt:

Flüge, Hotels und Tickets für die deutschen Spiele waren schnell und bequem per Internet gebucht und ebenso komfortabel per Kreditkarte bezahlt - ein Hoch auf die moderne Technik!!

Und so fieberten wir dem 30. April 2008, dem Tag unseres Abfluges, entgegen.

Da unser Flieger nach Toronto an jenem Mittwoch bereits um 06:35 Uhr ab Düsseldorf (mit Zwischenlandung in Frankfurt) starten sollte, beschlossen wir, uns bereits abends in Dortmund in einer Kneipe zutreffen, um ein kleines "WM-Eröffnung-Bierchen" zu trinken.
Danach wollten wir uns noch ein paar Stündchen "auf's Ohr legen", um dann mit dem Nachtzug nach Düsseldorf starten, auf dass wir gute 2 Stunden vor Abflug in Düsseldorf einchecken können.

Soweit die Theorie.

Den Zug haben wir tatsächlich erwischt. Auch das Einchecken am Flughafen erfolgte pünktlich und im Flieger, der ebenfalls pünktlich abhob, haben wir auch gesessen.

Nur das mit dem "auf's Ohr legen" musste leider ausfallen: Denn dem Bierchen folgten diverse Biere, Tequilla-Mixgetränke, Cocktails (Long Island Icetea), Korn und Waldmeisterschnaps.

Wir haben noch grade unser Taxi zum Dortmunder Bahnhof, das wir in weiser Voraussicht vorbestellt hatten, erwischt.

Im Zug nach Düsseldorf wurden noch zwei Sechser-Träger Bier (welche Marke kann ich jetzt beim besten Willen nicht mehr sagen) geleert und alle waren zwar etwas müde, aber bester Laune und voller Vorfreude.

Auf dem Flughafen in Düsseldorf angekommen wurde uns schlagartig klar, dass unser Zustand am Eincheck-terminal vielleicht nicht auf völlige Gegenliebe treffen könnte - und so war es dann auch.

Aber als wir hoch und heilig versprachen, uns ruhig und artig zu verhalten (was wir natürlich auch taten - Ehrensache), durften wir ohne weitere Auflagen an Bord.

An dieser Stelle noch einmal ein herzliches "Dankeschön" an das verständnisvolle Flughafenpersonal!

Vom knapp 50minütigen Flug nach Frankfurt haben wir alle nichts mitbekommen:

Wir waren eingeschlafen, noch bevor der Flieger abhob, und sind erst wieder aufgewacht, als unser Airbus in der Hauptstadt Hessens landete.

Die zweieinhalb-stündige Wartezeit auf unseren Flieger nach Toronto verbrachten wir im "Käfer's". Und nach einer Runde Weizenbier vom Fass waren wir wieder ganz "die Alten".

Der Flug von F.a.M. nach Toronto verlief ohne weitere Schwierigkeiten. Das einzig Nennenswerte war unser erster Kontakt mit kandischem Bier (Molson Canadian Lager aus der 0,355 ltr. Dose) - zumindest für Haegar und mich - Lunge und Baeckerblume (fortan auch "unsere Jung-Elche" genannt) verschliefen den Grossteil des Fluges...

So landeten wir super-pünktlich um 12:20 Uhr auf dem Toronto Pearson International Airport (YYZ).

Hier verschnwendeten wir keine Zeit, sondern steuerten, nachdem wir unser Gepäck vollständig und unbeschadet in Empfang nehmen konnten, direkt den nächsten Autovermieter an und sicherten uns für die nächsten 24 Stunden ein Auto.

Die Freude darüber, dass wir ein uns bekanntes Auto (Ford Focus) ergattern konnten, währte nur kurz: es war ein Wagen mit Automatikschaltung- was für Amerika nun mal nichts Besonderes ist.

Unser Problem lag darin, dass ich der einzige in unserer Truppe war, der schon einmal so ein "Ding" gefahren hat - und ich hatte meinen Führerschein auf diese Tour nicht mitgenommen.

Lunge mühte sich redlich mit der ihm fremden Schaltung und nachdem wir anfangs "Känguru-Benzin" getankt hatten und über eine halbe Stunde gebraucht haben, um vom Flughafengelände runter zu kommen (wir fuhren von einem Parkhaus ins nächste und zurück - sehr zur Belustigung des dort tätigen Flughafen-Personals), ging es dann endlich auf den Highway und unaufhaltsam Richtung unseres ersten Highlights:

Den NIAGARA FALLS !!

Als wir bei den Falls ankamen, war unser erstes Problem: wo finden wir einen Parkplatz?

Nicht etwa weil vor Ort so viele Touries waren, dass alle Parkplätze belegt waren - nein, es waren kaum welche vorhanden!

Schon erstaunlich, dass eine der grössten Attraktionen, die Nordamerika zu bieten hat, so unkomfortabel zu besuchen war...

Dass dieses Naturwunder von seinen "Eigentümern" doch ausgiebig vermarktet wurde, merkten wir, als wir uns den Fällen durch die offizielle Boulevard-Strasse ("Fall Street" näherten: eine Fressbude und ein Souvenirshop neben dem anderen.

Da so ein "Disneyland in Kleinformat" eh nicht unsere Welt war, konzentrierten wir uns voll und ganz auf den Wasserfall, der aber in Natura gar nicht so riesig ist, wie man ihn erwartet. Aber dieses "MUST" konnten wir auf gar keinen Fall auslassen.

Nachdem wir die Promenade an den Fällen rauf und runter gelaufen sind, gefühlte 1.000 Fotos gemacht haben, stärkten wir uns noch mit einem Doppeldecker-Cheese-Burger bei "Wendy's" (meine persönliche Premiere in dieser Fastfood-Kette), tranken noch ein Bier im dort ansässigen "HardRock Cafe'"  und machten uns dann wieder auf den Weg zum Highway Richtung Toronto und dem "Holiday Inn", unserem Hotel.

Da die ganze Aktion doch länger dauerte, als wir gedacht hatten (ca. 4 Stunden) und wir noch gut eineinhalb Stunden bis zum Hotel fuhren, kamen wir erst am frühen Abend dort an.

Somit blieb keine Zeit zum Frischmachen, Umziehen oder gar Ausruhen.

So hieß es nur: Wagen in die Tiefgarage des Hotels bringen, Einchecken und ab ging es zu einem Kurztrip in die hell erleuchtete Innenstatd von Toronto, am CN-Tower und dem Air Canada-Center vorbei, Richtung Vergnügungsmeile (King Str.).

Dieser Fußmarsch endete -wie erwartet- in der "Wayne Gretzky's Sportsbar", wo wir ein paar Pitcher "Molson Canadian" (das kannten wir ja schon) leerten; ein Abendessen, nach dem Retzept von Wayne's Grandma zubereitet, einnahmen und dabei ein NHL-Playoff-Spiel auf den dortigen Großbildfernsehern schauten.

Zu unserer grossen Überraschung lage die Sportsbar genau gegenüber von unserem Hotel, sodaß wir binnen weniger Minuten ins Bett fallen konnten und, nach rund 40 Stunden auf den Beinen, zum ersten Mal richtig schlafen konnten.

To be continued...

 

8.6.08 14:59

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